2017

 

08. September 2017

Zehn Jahre „The Flaming Stix“: „Bei uns steht das Visuelle im Vordergrund“

Weslarn – Der reine Spielmannszug reichte ihnen irgendwann nicht mehr: Vor zehn Jahren gründete eine Handvoll Trommler die Showdrum-Gruppe „The Flaming Stix“. Im Interview mit Klaus Bunte hält Sebastian Häseler, einer der Gründer des Vereins und zugleich Vorsitzender; Rück- und Ausschau.

Diesen ersten runden Geburtstag wollen die Jungs, die seither auch jährlich die erfolgreiche Irish-Folk-Nacht organisieren,  entsprechend feiern. Am Samstag, 16. September, ab 18 Uhr bei freiem Eintritt im Weslarner Pilgerhof. Ab 19 Uhr stehen dann die „Top Dogs“ auf der Bühne, um 20 Uhr packen die Gastgeber die Trommelstöcke aus.

Aus welchem Anlass heraus gründeten sich „The Flamig Stix?
Sebastian Häseler: Die Gründungsmitglieder waren oder sind auch nach wie vor in Spielmannszügen in Lippborg und Bad Sassendorf aktiv und zudem untereinander befreundet. Immer wieder kam der Gedanke auf, dass man zusätzlich auch noch etwas machen wollte, was anders war, was sich von dem abhob, was man von Spielmannszügen kennt und gewohnt ist, und sich mal privat zu treffen und zu schauen, was noch so möglich ist und dazu vielleicht sogar einen eigenen Verein zu gründen. Die Idee reifte weiter, und nachdem wir uns den Film „Drumline“ angesehen hatten – einen US-Streifen über einen Schlagzeuger, der zum Einmarsch beim American Football spielt – dachten wir uns: Das wäre doch was! Wir orientieren uns an dem amerikanischen Drumcorps! Damit war die Idee geboren, uns neu zu definieren.

Worin unterscheidet Ihr Euch von anderen Trommlerkorps und Spielmannszügen?
Häseler: Bei uns steht das Visuelle im Vordergrund. Bei den Spielmannszügen geht es ja eher um die reine Musik. Wir fragen uns: Welche Kunststückchen kann man mit den Trommelstöcken machen? Man kann sie in die Luft werfen und wieder auffangen, über Kreuz auf den Trommeln der Mitspieler spielen, man kann beim Spielen sich bücken und neu formatieren, auch auf den Trommelständern spielen, oder aktuell trommeln wir auf alten Barhockern mit Holzsitzfläche. Das Visuelle verbunden mit Rhythmus, damit versuchen wir halt, unsere Gäste zu packen.

Das klingt aber körperlich anstrengender als das, was ein Spielmannszug macht.
Häseler: Das ist es definitiv. Schon allein unsere Trommeln, die wir aus Amerika importieren, wiegen mitsamt ihres Tragegestells locker das Zwei- bis Dreifache einer üblichen Spielmannstrommel. Daher dauern unsere Auftritt maximal 20 Minuten.

Müsst Ihr dafür extra ins Fitnessstudio oder ersetzt dieses Hobby den Kraftsport?
Häseler: Es ist eine Mischung aus beidem. Eine gewisse körperliche Fitness sollte gegeben sein. Auch, wer nur 60 Kilo auf den Rippen hat, hätte da Probleme.

Und wie unterscheidet sich die Musik? Ist die auch aus den USA oder spielt ihr die gleiche Musik wie die Spielmannszüge?
Häseler: Nein, auch hier unterscheiden wir uns. Wir spielen nichts, was ein Spielmannszug spielt.

Wie kommt Ihr an Eure Musik?
Häseler: Wir haben da einen Zulieferer aus Oldenburg, den Marching Center Wilters. Der arbeitet mit professionellen Trommlern zusammen und gibt Workshops. Den Leiter dieser Workshops lässt er aus den USA einfliegen, und dessen Stücke vertreibt er auch. Außerdem gibt es noch einen sehr aktiven deutschen Komponisten.

Die Trommeln, die Musik – all das geht ja auch gut ins Geld. Holt Ihr das rein über Eure Auftritte wieder rein?
Häseler: Zum einen dadurch, aber als eingetragener Verein haben wir 50 fördernde Mitglieder, dadurch trägt sich das.

Wie habt Ihr Euch in den zurückliegenden zehn Jahren entwickelt?
Häseler: Vor zehn Jahren musste sich jeder seine Trommel noch selber kaufen. Die ersten kosteten gerade einmal 112 Euro und kamen aus Deutschland – ein Spottpreis, der eigentlich nicht von Qualität zeugen kann. Zum Vergleich: Unsere heutigen Trommeln samt Träger kosten 970 Euro. Wir haben mit ganz einfachen Stücken und Übungen angefangen, und die ersten Noten bekam man auch hier in Deutschland. Wir fingen mit ersten Übungen zur Fingerfertigkeit an. Zwei Jahre lang haben wir uns das beigebracht, bis wir erstmals auftraten. Die Anforderungen an uns selbst wuchsen mit den Jahren. Heute nehmen wir neben den Trommeln noch andere Instrumente mit ins Programm auf, wie eben die Barhocker, und auch eine Kuhglocke und eine Bass Drum haben wir schon eingesetzt.

Auf Eurer Homepage schreibt Ihr, dass Ihr immer neue Leute sucht. Expandiert Ihr immer weiter oder ist die Fluktuation so stark?
Häseler: Sowohl als auch. Wenn alle Mann, die je mitgemacht haben, noch an Bord hätten, wären wir knapp 20 Leute. Aber wir waren alle sehr jung, als wir anfingen, und dann kamen Ausbildung, Studium und Beruf. Und wie in jedem anderen Verein sucht man ständig nach Nachwuchs – nur bei uns kommt hinzu, dass sich manch einer das nicht zutraut oder nicht die Notenkenntnisse besitzt. Das ist aber nichts, was man nicht lernen könnte. Jeder, der Trommel in einem Spielmannszug oder einer Blaskapelle spielt, kann bei uns mitspielen. Und um die Kosten muss sich niemand sorgen: Trommeln, Zubehör und Uniform stellen wir.

Wie begeht Ihr am 16. September Euren zehnten Geburtstag? Wenn Ihr nach 20 Minuten groggy seid, bestreitet Ihr ja wohl kaum den ganzen Abend…
Häseler: Ganz richtig, wir werden zwar auftreten, wollen aber in erster Linie einfach nur eine Geburtstagsparty feiern ohne großes wechselndes Programm. Den Hauptteil des Abends bestreitet daher die Band „Top Dogs“ rund um Nigel Prickett.

Was bringt die Zukunft?
Häseler: Wir haben bislang zweimal an den Euro Musiktagen in Bösel teilgenommen. Das ist ein Leistungswettbewerb auf europäischer Ebene in der Nähe von Oldenburg. Da haben wir in unserer Kategorie einmal den zweiten und einmal den dritten Platz belegt. In den kommenden Jahren wollen wir darauf hinarbeiten, mit einem neuen Programm dort noch einmal anzutreten.

Interview Soester Anzeiger (Autor: Klaus Bunte)

 

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WESLARN – Es war die neunte Nacht mit Irish Folk, und wieder war der Pilgerhof in Weslarn proppenvoll.

Die Aktiven aus dem Show-Drum-Korps „The Flaming Stix“ luden wieder ein zur beliebten Freiluftsause mit vielen Spezialitäten von der grünen Insel, mit Guiness, Kilkenny und Apfelvergorenem vom Fass, mit feinem Tabak für echte Kenner und mit flotten Ohrwürmern für die gute Laune. Der Eintritt war wie immer frei, lange Girlanden in orange-weiß-grün schmückten den Hof, und schon früh am Abend waren die Sitzplätze vergeben: Stehparty ist auch was Feines.

Peter und Fritz als Duo „Glengar“ spielten auf, aus Senden reiste wieder die Band „The Foggy Dew“ an. Zu siebt zauberten sie Stimmung auf den Hof. Spät am Abend wurden auch sie wieder zu einem gefeierten Highlight: Aus Ahlen stammt die Formation „Mac Leods Pipes and Drums“. Dudelsäcke und schottische Trommeln im Schein von Fackeln – das kam wieder bestens an: Scotland the Brave, Amazing Grace, For Auld Lang Syne, das waren genau die Titel, mit denen man jede Party zum Heulen bringt – vor freudiger Ergriffenheit, versteht sich. In Weslarn war das natürlich nicht anders.

Ein „Highland Cathedral“ on top: Alle glücklich, Mission erfüllt. Nächstes Jahr gibt es dann einen runden Geburtsag: Irish Folk Nacht, die Zehnte.

(Soester Anzeiger, Autor: Thomas Brüggestraße)